Loe raamatut: «Das Baustellenhandbuch für den Garten- und Landschaftsbau»
Christine Andres | Thomas Bauer | Gert Bischoff
Johannes Diebel | Clemens Fauth | Meino Heuer
Martina Lorenz
Das Baustellenhandbuch Garten- und Landschaftsbau
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Satz: mediaTEXT Jena GmbH, 07747 Jena
Druck: Druckerei & Verlag Steinmeier GmbH & Co. KG, 86738 Deiningen
Printed in Germany
ISBN: 978-3-96314-082-2
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Vorwort
Bei der täglichen Arbeit auf der Baustelle werden von allen Beteiligten schnelle Entscheidungen erwartet. Mit dem vorliegenden Baustellenhandbuch für den Garten- und Landschaftsbau haben Sie jetzt die wichtigsten Informationen zu Bau und Pflege von Freianlagen schnell zur Hand. Aktuelle gesetzliche Vorgaben und Normen finden sich hier ebenso, wie hilfreiche Checklisten, anschauliche Tabellen und Schemazeichnungen zur Bau- und Vegetationstechnik.
Ziel des Buchs ist es, sowohl den ausführenden Gewerken als auch der Bauleitung vor Ort ein kompaktes Nachschlagewerk zum Garten- und Landschaftsbau an die Hand zu geben, mit dem sich im Bedarfsfall Probleme unkompliziert lösen lassen bzw. erst gar nicht entstehen.
Der Inhalt des Buchs orientiert sich an den grundlegenden Themen des Garten- und Landschaftsbaus und wurde mit äußerster Sorgfalt und eingehender Recherche nach den aktuell anerkannten Regeln der Technik zusammengestellt. Gegenüber den Autoren und dem Verlag begründet dieses Erzeugnis keine Auskunfts- und Beratungspflicht und auch keine anderweitige Bindungswirkung. Die individuellen Gegebenheiten jedes Einzelfalls gebieten es, dass keine Gewähr für Verbindlichkeiten und Vollständigkeit der in diesem Erzeugnis enthaltenen Darstellungen und Aussagen gegeben werden kann.
Merching, im August 2018
Bedienung des E-Books
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Autoren
Christine Andres
Nach einer Ausbildung zur Landschaftsgärtnerin und dem Studium der Landespflege an der FH Osnabrück mit dem Schwerpunkt Bauwesen, arbeitete Christine Andres als Bauleiterin im Garten- und Landschaftsbau. Im Jahr 2004 gründete sie das Ingenieurbüro CADverde mit Tätigkeitsschwerpunkt in der Bauleitung und Abrechnung von Baumaßnahmen.
Seit 2011 ist sie als öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige im Garten- und Landschaftsbau tätig.
Autorin der Beiträge:
Landschaftsbauarbeiten nach ATV DIN 18320
Erd- und Bodenarbeiten
Entwässerungs- und Dränarbeiten
Holzbau
Gründungen und Verbauarbeiten
Stauden
Gehölze
Rasen
Thomas Bauer
Thomas Bauer studierte „Agrarmanagement & Agrarmarketing“ mit Schwerpunkt Gartenbau in Weihenstephan. Er ist von der Regierung von Schwaben öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Fachgebiet „Haus- und Kleingärten“. Zu diesem Fachgebiet gehören neben der Gehölzwertermittlung auch der Garten- und Landschaftsbau sowie die Garten- und Landschaftsgestaltung. Zudem ist er als qualifizierter Baumkontrolleur tätig.
Autor der Beiträge:
Vegetationstechnik nach DIN 18915 bis 18920
Bedeutung der Pflege nach DIN 18916 und 18919
Erosionsschutz
Gert Bischoff
Nach einem Studium der Landespflege an der Universität Hannover war Gert Bischoff als Ingenieur im Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau tätig. Derzeit hat er eine Professur für Landschaftsbau an der Fachhochschule Erfurt, Lehrgebiete Baubetrieb, Bau- und Vegetationstechnik inne. Zudem ist er auch als öffentlich bestellter Sachverständiger für den Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau tätig.
Autor der Beiträge:
Dachbegrünung
Fassadenbegrünung
Johannes Diebel
Johannes Diebel studierte Landschaftsarchitektur an der TU München/Weihenstephan. Nach einer mehrjährigen Praxistätigkeit im Landschaftsbau und in einem Landschaftsarchitekturbüro mit Schwerpunkt Ausschreibung und Bauleitung ist er seit 25 Jahren selbstständig im Planungsbüro: Freiraumplanung Diebel, Ismaning.
An der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden-Pillnitz lehrt er seit 15 Jahren als Professor in den Studiengängen Landschafts- und Freiraumentwicklung sowie Gartenbau das Fachgebiet Landschaftsbau/Baukonstruktion/CAD.
Autor des Beitrags:
Mauern und Stützmauern
Clemens Fauth
Landschaftsarchitekt Clemens Fauth studierte an der TU München/Weihenstephan. Seit 1995 ist er Mitglied der Bayerischen Architektenkammer. Seit 1998 ist er als freier Landschaftsarchitekt tätig. Clemens Fauth ist geprüfter Energieberater (HWK) sowie Gutachter der ALW Freising. Als Master of Science in Architektur und Umwelt und Stadtplaner (BYAK) ist er vorrangig für die Planung von Außenanlagen insbesondere zu Geschosswohnungsbau, Industriebau, Kindergärten/Schulen, Fahrradabstellanlagen, Hausgärten sowie Bahnhofsumfeld zuständig.
Autor der Beiträge:
Wegebau und Pflasterung
Zugänge
Meino Heuer
Straßenbaumeister Meino Heuer arbeitet als Betriebswirt (HWK), SiGeKo – Sicherheits- und Gesundheitskoordinator und von der Handwerkskammer für Ostfriesland öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Straßenbauerhandwerk. Er ist Mitglied des Verbands Ostfriesischer Sachverständiger (VOS) sowie Mitglied des Bundes Ostfriesischer Baumeister (BOB). Derzeit leitet er die Servicebetriebe der Stadt Garbsen.
Autor des Beitrags:
Homogenbereiche nach DIN 18300
Martina Lorenz
Martina Lorenz arbeitet nach einem Studium des Bauingenieurwesens an der Hochschule Bremen als Projektingenieurin im Bereich Planung und Planfeststellung beim Straßenneubauamt in Münster. Sie ist Projektleiterin Mineralische Baustoffe beim Westfälischen Prüfamt für Baugrund und Straßenbaustoffe in Münster, Dozentin und Autorin für den Bereich Tiefbau beim DAA-Technikum in Osnabrück sowie Beraterin für öffentliche und private Bauabteilungen, Architektur- und Ingenieurbüros.
Autorin der Beiträge:
Landschaftsbauarbeiten nach ATV DIN 18320
Bodengruppen nach DIN 18196
Bodenkenngrößen nach DIN 1055-2
Mengenermittlung, Mess- und Prüfverfahren
Gesamtinhaltsverzeichnis
Deckblatt
Impressum
Vorwort
Bedienung des E-Books
Autoren
Gesamtinhaltsverzeichnis
Grundlagen und Anforderungen
Vegetationstechnik nach DIN 18915 bis 18920
Bedeutung der Pflege nach DIN 18916 und DIN 18919
DIN 18916 Pflanzen und Pflanzarbeiten
DIN 18919 Instandhaltungsleistungen für die Entwicklung und Unterhaltung von Vegetation
Landschaftsbauarbeiten nach ATV DIN 18320
Allgemeine Angaben zur Ausführung
Besondere Angaben zur Ausführung
Abrechnung
Baugrund
Bodengruppen nach DIN 18196
Homogenbereiche nach DIN 18300
Bodenkenngrößen nach DIN 1055-2
Nichtbindige Böden
Bindige Böden
Erd- und Bodenarbeiten
Grundlagen
Wichtige Regelwerke
Bodenarten
Abrechnung nach DIN 18300
Ausführung
Bodenvoruntersuchungen
Bodenabtrag nach DIN 18915
Bodenlagerung nach DIN 18915
Einbau und Verdichtung
Bodenverbesserung für vegetationstechnische Zwecke
Prüfmethoden
Entwässerungs- und Dränarbeiten
Grundlagen
Wichtige Regelwerke
Abrechnung
Bauteile
Kanalisationsleitungen
Entwässerung des Untergrunds
Oberflächenentwässerung
Verlegung von Entwässerungsrohren
Erosionsschutz
Grundlagen
Nicht lebende Sicherungsbauweisen
Lebende Sicherungsbauweisen
Bauweisen mit Pflanzen und Pflanzenteilen
Gründungen und Verbauarbeiten
Grundlagen
Herstellung von Baugruben und Gräben
Wegebau und Pflasterung
Baumaterialien
Bautechnik
Randeinfassungen
Tragschichten
Deckenbauweisen
Entwässerung von Belagsflächen
Zugänge
Treppen
Barrierefreie Nutzung nach DIN 18040
Treppen
Rampen
Mauern und Stützmauern
Grundlagen
Anforderungen nach VOB/C
Bestandteile einer Mauer
An das Mauerwerk grenzende Bereiche
Mauerwerk aus Naturstein
Mauerwerksarten aus Natursteinmauerwerk nach DIN EN 1996-1-1/NA
Mauerwerk aus künstlichen Steinen
Mauerwerksarten aus künstlichen Steinen nach DIN EN 1996-1-1/NA
Weitere im Landschaftsbau verwendete Mauerarten
Mauern und Pflanzen
Holzbau
Grundlagen
Begriffe
Die wichtigsten Kennwerte des Baustoffs Holz
Qualitäts- und Klassifikationskriterien
Verwendung von zertifizierten Hölzern
Holzarten für den Außenbereich
Holzschutz
Konstruktiver Holzschutz
Chemischer Holzschutz
Pflege
Holzverbindungen
Holzterrassen
Konstruktion
Holz- und Sichtschutzzäune
Bau von Holz- und Palisadenwänden
Stauden
Grundlagen
Begriffe
Herkunft, Sortenechtheit gemäß FLL-Richtline
Qualitätsanforderungen bei der Lieferung
Kennzeichnung und Verpackung
Repositionspflanzen
Stauden zur extensiven Dachbegrünung
Planungsgrundsätze – die Auswahl der Stauden
Standortansprüche (Lebensbereiche)
Geselligkeitstufen
Funktionen
Charakter und Größe des Staudenbeetes
Pflegeintensität
Winterhärte
Pflanzung von Stauden
Jährliche Pflegemaßnahmen
Staudenkrankheiten
Staudenmischungen
Stauden für besondere Verwendungszwecke
Gehölze
Grundlagen und Planungsgrundsätze
Grundlagen
Begriffe
Anforderungen an Gehölze gemäß den FLL-Gütebestimmungen
Planungsgrundsätze – die Auswahl standortgerechter Gehölze
Pflanzung von Gehölzen
Bodenvorbereitung und Pflanzarbeit
Baumpflanzungen
Fertigstellungspflege
Jährliche Pflegemaßnahmen – Instandhaltungspflege
Gehölze für besondere Verwendungszwecke
Rasen
Grundlagen
Begriffe
Rasentypen
Regel-Saatgut-Mischungen
Bodenvorbereitung, Einsaat und Anwachsen
Bodenvorbereitung und Einsaat gemäß DIN 18917
Anwuchserfolg durch Fertigstellungspflege
Rollrasen/Fertigrasen
Dachbegrünung
Grundlagen
Normen und andere Regelwerke
Was gilt es, vor Baubeginn zu prüfen:
Anforderungen an das Bauwerk
Dachbegrünung und Solaranlagen
Begrünungsarten und -aufbau
Begrünungsarten
Begrünungsaufbau
Vegetation und Fertigstellung
Vegetation
Fertigstellung
Fassadenbegrünung
Grundlagen
Rechtliche Grundlagen
Normen und Richtlinien
Wandaufbauten und -konstruktionen, Wandbaustoffe
Bodengebundene Fassadenbegrünung
Standortbedingungen
Pflanzgruben
Kletterformen der Pflanzen
Baustoffe
Verankerung
Kriterien zur richtigen Pflanzenauswahl
Fertigstellung
Entwicklungs- und Unterhaltungspflege
Wandgebundene Fassadenbegrünung
Bauweisen, Konstruktionen
Substrate
Pflanzenauswahl, Pflanzung
Messverfahren und Berechnung
Zerlegung in Trapeze bei Geländeprofilen
Flächenberechnung bei Geländegefälle
Erdmassenberechnung
Massenermittlung
Körperberechnung
Abstecken von Kreisbogen
Stichwortverzeichnis
Weiterführende Informationen
Grundlagen und Anforderungen
Vegetationstechnik nach DIN 18915 bis 18920
{Vegetationstechnik}
Allgemeines
Diese DIN-Normen stellen ein wichtiges Regelwerk dar, in dem sich u. a. Hinweise und normative Verweise finden:
| • | DIN 18035-4 Sportplätze – Teil 4: Rasenflächen |
| • | DIN 18035-5 Sportplätze – Teil 5: Tennenflächen |
| • | DIN 18915 Vegetationstechnik im Landschaftsbau – Bodenarbeiten |
| • | DIN 18916 Vegetationstechnik im Landschaftsbau – Pflanzen und Pflanzarbeiten |
| • | DIN 18917 Vegetationstechnik im Landschaftsbau – Rasen und Saatarbeiten |
| • | DIN 18918 Vegetationstechnik im Landschaftsbau – Ingenieurbiologische Sicherungsbauweisen |
| • | DIN 18919 Vegetationstechnik im Landschaftsbau – Instandhaltungsleistungen für die Entwicklung und Unterhaltung von Vegetation |
| • | DIN 18920 Vegetationstechnik im Landschaftsbau – Schutz von Bäumen, Pflanzenbeständen und Vegetationsflächen bei Baumaßnahmen |
| • | DIN 19657 Sicherung von Gewässern, Deichen und Küstendünen – Richtlinien |
Unter anderem werden nachfolgende Empfehlungen und Regelwerke der FLL genannt:
| • | Empfehlungen für Baumpflanzungen, 2015 |
| • | Gütebestimmungen für Baumschulpflanzen, 2004 |
| • | Gütebestimmungen für Stauden, 2015 |
| • | Regelsaatgutmischungen (RSM), 2018 |
| • | Leitfaden für Planung, Ausführung und Pflege von funktionsgerechten Gehölzpflanzungen im besiedelten Bereich, 1999 |
| • | Qualitätsanforderungen und Anwendungsempfehlungen für organische Mulchstoffe und Komposte, 2016 |
| • | Richtlinie für die Planung, Ausführung und Pflege von Dachbegrünungen, 2018 |
| • | Richtlinie für die Planung, Ausführung und Pflege von Fassadenbegrünungen, 2018 |
| • | Richtlinie für die Planung, Ausführung und Pflege von Innenraumbegrünungen, 2004 |
| • | ZTV Großbaumverpflanzung, 2005 |
| • | Richtlinie für den Bau von Golfplätzen, 2008 |
Die Verknüpfung der unterschiedlichen DIN-Normen untereinander und zu anderen Regelwerken begründet sich durch die Vielzahl unterschiedlicher Standorte, Nutzungsarten und Pflanzenansprüche.
Die einzelnen DIN-Normen werden in den nachfolgenden Kapiteln näher erläutert.
DIN 18915 Bodenarbeiten
Diese Norm regelt die Qualität und Anwendung von in Erdenwerken oder auf Baustellen hergestellten Bodensubstraten für Vegetationstragschichten mit Bodenanschluss für den punktuellen oder flächigen Einbau im Garten- und Landschaftsbau.
Sie setzt sich aus folgenden Themenblöcken zusammen:
| • | Bewertung von Böden |
| • | Anforderungen an Böden |
| • | Behandlung und Verbesserung von Böden |
| • | Herstellung der Böden zur Bepflanzung |
| • | Maßnahmen zur Rekultivierung |
Im Kapitel Erd- und Bodenarbeiten wird auf diese Bestimmungen weiter eingegangen.
DIN 18916 Pflanzen und Pflanzarbeiten
Die DIN 18916 gilt für Pflanzen und Pflanzarbeiten im Rahmen von Maßnahmen des Landschaftsbaus.
Sie setzt sich aus drei großen Themenblöcken zusammen:
| • | Anforderungen an Pflanzen bei der Anlieferung |
| • | Anforderungen an Stoffe für Pflanzarbeiten |
| • | Pflanzarbeiten |
Die wichtigsten Bestimmungen sind:
| • | Transport ohne Beschädigung |
| • | Lagerung 48 Std, dann Schutzmaßnahmen intensivieren |
| • | Pflanzzeit i. d. R. nicht bei Frost |
| • | Pflanzgrube 1,5-facher Durchmesser |
| • | fachgerechter Rückschnitt |
| • | Maßnahmen der Fertigstellungspflege |
Im Kapitel Pflege nach DIN 18916 und 18919 werden diese Bestimmungen ausführlich erläutert.
DIN 18917 Rasen und Saatarbeiten
Die DIN 18917 Rasen und Saatarbeiten gibt vor, wie die Herstellung von Rasen durch Ansaat oder Verwendung von Fertigrasen, Rasensoden und Vegetationsstücken im Rahmen des Landschaftsbaus auszuführen ist.
Sie setzt sich aus vier großen Themenblöcken zusammen:
| • | Rasentypen |
| • | Anforderungen an Saatgut, Fertigrasen, Vegetationsstücke |
| • | Herstellung von Rasenflächen |
| • | Fertigstellung |
Die wichtigsten Bestimmungen sind:
| • | Einteilung der Rasentypen nach Anwendungsbereich, Eigenschaften und Pflegeansprüchen |
| • | Saatgutqualitäten gemäß RSM |
| • | Aussaat i. d. R. zwischen Mai bis September |
| • | Fertigrasen nicht bei Frost verlegen |
| • | Beschreibung der Fertigstellungspflege und des abnahmefähigen Zustands |
Im Kapitel Rasen finden sich zusätzlich zu den Bestimmungen der DIN 18917 Ausführungen zur RSM und weitere Hinweise.
DIN 18918 Ingenieurbiologische Sicherungsbauweisen
Die DIN 18918 gilt für Sicherungsbauweisen im Rahmen des Landschaftsbaus mit Saatgut, Pflanzen, lebenden Pflanzenteilen und nicht lebenden Stoffen zur Verhinderung bzw. Verringerung von Erosion, Rutschung und Steinschlag sowie zur Begrünung von Flächen, die durch natürliche Einflüsse oder technische Maßnahmen vom Oberboden entblößt sind, sowie von Bodenschüttungen, Halden und Deponien.
Sie setzt sich aus folgenden sechs Hauptpunkten zusammen:
| • | Sicherung durch Ansaaten |
| • | Sicherung durch Anpflanzungen |
| • | Sicherungen durch Bauweisen mit Pflanzen und lebenden Pflanzenteilen |
| • | Sicherung durch Bauweisen mit nicht lebenden Stoffen und Bauteilen |
| • | kombinierte Bauweisen |
| • | Fertigstellungspflege |
Ein Erosionsschutz kann durch Bepflanzung oder durch Bauweisen aus nicht lebenden Stoffen erreicht werden. Im überwiegenden Teil werden die Maßnahmen miteinander kombiniert. Laut DIN 18918 sollen den Sicherungsbauweisen mit Saatgut, Pflanzen und lebenden Pflanzenteilen der Vorzug gegeben werden.
Im Kapitel Erosionsschutz wird auf die einzelnen Aspekte näher eingegangen.
DIN 18919 Instandhaltungsleistungen für die
Entwicklung und Unterhaltung von Vegetation
Die DIN 18919 behandelt die Leistungen bei Pflanzflächen und deren fachgerechte Pflege.
Der funktionsfähige Zustand der Vegetation wird mit der Entwicklungspflege, die Erhaltung des funktionsfähigen Zustands der Vegetation mit der Unterhaltungspflege jeweils nach DIN 18919 erreicht. Dabei werden folgende Pflegemaßnahmen beschrieben:
| • | Bodenlockerung |
| • | Entfernung von unerwünschtem Aufwuchs |
| • | Ausmähen von Gehölzflächen und Baumscheiben |
| • | Abfallentfernung |
| • | Pflanzenschnitt (Heckenschnitt, Auslichten, Auf-Stock-Setzen) |
| • | Winterschutzmaßnahmen |
| • | Mulchen |
| • | Wässern |
| • | Baumpflege |
| • | Mähen |
| • | Rasenpflege |
| • | Düngen |
Im Kapitel Bedeutung der Pflege nach DIN 18916 und 18919 und den einzelnen Kapiteln wird auf diese Arbeiten weiter eingegangen.
DIN 18920 Schutz bei Baumaßnahmen
Die DIN 18920 gilt für die Planung und Durchführung von Baumaßnahmen im Siedlungsbereich und in der freien Landschaft. Sie dient dem Schutz von zu erhaltenden Einzelbäumen und Pflanzenbeständen (Vegetationsflächen), z. B. aus Bäumen, Sträuchern, Gräsern, Kräutern, da der ökologische, klimatische, ästhetische, schützende oder sonstige Wert bestehender Pflanzen/Pflanzungen durch Ersatz im Regelfall nicht oder erst nach Jahren erreicht wird.
Erfordernis, Art, Umfang und Zeitpunkt der Schutzmaßnahmen richten sich insbesondere nach den vorhandenen Bäumen und Pflanzenbeständen sowie Art, Umfang und Dauer der Baumaßnahmen. Im Einzelfall ist zu prüfen, ob vorbeugend oder im Schadensfall weitere baumpflegerische Maßnahmen erforderlich sind.
Die DIN 18920 stellt die Schutzmaßnahmen wie folgt zusammen:
| • | Schutz vor chemischen Verunreinigungen |
| • | Schutz vor Feuer |
| • | Schutz vor Vernässung und Überstauung |
| • | Schutz von Vegetationsflächen |
| • | Schutz von Bäumen gegen mechanische Schäden |
| • | Schutz von Bäumen bei Freistellung |
| • | Schutz des Wurzelbereichs bei Bodenauftrag und gegen Bodenabtrag |
| • | Schutz des Wurzelbereichs beim Aushub von Gräben oder Baugruben und bei Gründungen für freistehende Bauteile |
| • | Schutz des Wurzelbereichs von Bäumen bei befristeter Belastung und Grundwasserabsenkung |
| • | Schutz des Wurzelbereichs von Bäumen bei Belägen |
| • | Anforderungen an Stoffe für Pflanzarbeiten |
| • | Pflanzarbeiten |
Da es sich um lebende Organismen handelt, ist auch während Baumaßnahmen darauf zu achten, dass keine chemischen Stoffe den Standort belasten. Neben Säuren, Laugen etc. wird häufig nicht bedacht, dass auch Beton und Zement den Boden und damit den Standort für die Vegetation negativ beeinträchtigen.
Offene Feuer dürfen unter Beachtung der Windrichtung nur in einem Abstand von mind. 20 m von der Kronentraufe von Bäumen und Sträuchern entfacht werden.
Wurzelbereiche von Bäumen und Vegetationsflächen dürfen durch baubedingte Wasserableitungen nicht vernässt oder überstaut werden.
Zur Verhinderung von Schäden sind Vegetationsflächen mit einem etwa 2,0 m hohen, ortsfesten Zaun zu umgeben, ein seitlicher Zaunabstand von 1,5 m ist einzuhalten.
Schutz von Bäumen
Der Schutz von Bäumen stellt insbesondere in innerstädtischen Standorten ein wichtiges Thema dar. Die breite Öffentlichkeit hat mittlerweile erkannt, dass Bäume wichtige Funktionen erfüllen und besonders geschützt werden müssen.
Bei Schäden an Bäumen kommt es häufig zu hohen Schadensbeträgen, auch bei Teilschäden.
Es sind sowohl Wurzelschäden als auch Schäden an oberirdischen Teilen von Bäumen zu vermeiden.
Oberirdisch
Zum Schutz gegen mechanische Schäden (z. B. Quetschungen und Aufreißen der Rinde, des Holzes und der Wurzeln, Beschädigung der Krone) durch Fahrzeuge, Baumaschinen und sonstige Bauvorgänge, sind Bäume im Baubereich durch einen etwa 2,0 m hohen, ortsfesten Zaun zu schützen. Er soll den gesamten Wurzelbereich umschließen. Als Wurzelbereich gilt die Bodenfläche unter der Krone von Bäumen (Kronentraufe) zzgl. 1,5 m, bei Säulenform zzgl. 5,0 m nach allen Seiten.
Kann aus Platzgründen nicht der gesamte Wurzelbereich geschützt werden, soll der zu schützende Bereich möglichst groß sein und insbesondere die offene Bodenfläche umfassen. Ist dies in Ausnahmefällen nicht möglich, ist der Stamm mit einer gegen den Stamm abgepolsterten, mind. 2,0 m hohen Bohlenummantelung zu versehen. Die Schutzvorrichtung ist ohne Beschädigung der Bäume anzubringen. Sie darf nicht unmittelbar auf die Wurzelanläufe aufgesetzt werden. Die Krone ist vor Beschädigung durch Geräte und Fahrzeuge zu schützen, ggf. sind gefährdete Äste hochzubinden. Die Bindestellen sind ebenfalls abzupolstern.




